Auswanderung aus Mecklenburg um 1750

Hallo Gordon,

steht es fest, dass Deine Leute "ordentlich" ausgewandert sind, oder sind sie geflüchtet?

Leibeigenschaft währte lebenslänglich, endete nur durch ... FLucht oder Tod ... (Enzyklopädie von 1796, s.a. Mager S. 175f).
Es gab aber auch Ausnahmen. Sich Loszukaufen war eher im Domanium, als auf den Rittergütern möglich. Für die grosse Masse
der Leibeigenen war der Weg des Loskaufens versperrt, weil u.a. die Höhe Loskaufsumme die Mittel des Bauern weit
überstiegen. Die Bedingungen der Leibeigenschaft liessen die Verschuldung der Höfe eher steigen, machten wirtschaftliches
Arbeiten nahezu unmöglich. Statt sich noch mehr zu verschulden, verließen die Bauern mit ihrer Familie eher Haus und Hof und flohen. Und mancher Nachbarstaat nahm gerne die Flüchtlinge auf, schickte sie zu Mecklenburgs großem Ärger nicht zurück.

Zu diesem Thema interessant nachzulesen in:
Friedrich Mager, Geschichte des Bauerntums und der Bodenkultur im Lande Mecklenburg, Kapitel 10, 12, 13 und 16

Viele Grüsse
Kornelia

Hallo Alle,

zum Thema fl�chten findet sich auch eine kurze Passage in der sehr gut
zusammengefassten Chronik der Kirchengemeinde Mummendorf von Ren� Bluhm.
http://www.st.johannes-roggenstorf.de.vu/

Er berichtet von Baltzer Hildebrand, der 1710 heimlich davon gegangen ist,
weil es den Bauern auf Grund der Frondienste kaum m�glich war sich selbst zu
ern�hren.
Das Leben konnte sich sowieso ziemlich schnell f�r die Bauern �ndern. Als im
Jahr 1795 Hanstorff gelegt wird, werden die beiden recht gut situierten
Bauernfamilien umgesiedelt. Der eine wurde zum Einwohner in Dassow und der
andere erhielt eine K�thnerstelle. Der Kirche gingen reichlich Einnahmen
fl�ten, da die beiden Bauernfamilien wesentlich mehr abgegeben haben, als
die ihnen folgenden 4-5 armen Tagel�hnerfamilien!

Leider bekomme ich die Stellen nicht aus dem PDF File kopiert. Ihr m�sst
also selber reinschauen.

Die homepage ist �brigens ausgesprochen interessant f�r alle, die in den
Kirchspielen: Mummendorf, Roggenstorf, L�bsee und B�rzow suchen. F�r diese
Kirchspiele gibt es je eine Chronik von Ren� Bluhm von den Anf�ngen bis
heute. Auf der Startseite einfach Chronik anklicken, Kirchspiel und dann
Jahrhundert ausw�hlen.

Herzliche Gr��e

Silke Sarnow

Hallo Miteinander,

kennt jemand eine Begriffsdefinition f�r eine "Gro�e Stadtschule"? Wodurch
unterschied sie sich von anderen h�heren Schulen (Lateinschule, Gymnasium
etc.)?

Peter

Hallo Peter,
in welchem Kontext kommt dieser Begriff bei Dir vor? Kann es sich auch um eine "Begr�bnisstufe" wie "Gro�e halbe Schule" oder "Gro�e Schule" handeln ?
Gru� aus Bremen

Peter Starsy schrieb:

Hallo Eberhard,

nein, es geht tats�chlich um eine Schule bzw. einen Schultyp. "Gro�e
Stadtschule" anscheinend immer dann, wenn Volks-/B�rgerschule und
Latein-/Gelehrtenschule/Gymnasium eine institutionelle Einheit bildeten und
einem Rektorat unterstanden. Bin aber unsicher, ob das so stimmt.

Peter