Archiv - Tödliche Ostseefluchten aus der DDR 1961-1989

Zwischen 1961 und 1989 unternahmen schätzungsweise 5.600 Menschen Fluchtversuche über die Ostsee, um aus der DDR zu fliehen. Ein biografisches Handbuch untersuchte 135 zweifelsfrei bestätigte, tödliche Fluchtversuche und vermutet eine höhere tatsächliche Zahl aufgrund nicht identifizierter Leichen und unaufgeklärter Vermisstenfälle.

Forschungsmethoden:

  • Nutzung verschiedener Datensammlungen, einschließlich ZESt, Fallsammlung von Christine Vogt-Müller, Personenstandsurkunden und Dokumente von zivilgesellschaftlichen Vereinen
  • Intensive Zeitzeugenbefragungen mit Angehörigen, Freunden und Nachgeborenen
  • Erschwernisse durch begrenzte Aufbewahrung von Archivalien küstennaher Volkspolizei-Ämter

Opfer und Fluchtversuche:

  • Die Mehrheit der Opfer waren junge Arbeiter zwischen 16 und 30 Jahren- Die meisten Fluchtversuche fanden in der Westhälfte der ostdeutschen Ostseeküste statt
  • Etwa 900 Fluchtversuche waren erfolgreich

Juristische Aufarbeitung und Gedenken:

  • Kein juristisch wasserdichter Schuldnachweis für konkretes Fremdverschulden durch Ermittlungen der ZERV 224 nach 1989- Opfer des DDR-Grenzregimes im Meer
  • Vielfältige Motive wie Hafterfahrungen, Stasi-Verhöre, Ausbildungs- und Reiseverbote verstärkten die Fluchtabsicht
  • Das Buch beschreibt 147 Todesfälle mit plausiblem Fluchthintergrund und 103 weitere Todesfälle mit Fluchtverdacht
  • Geschichtspolitische Verantwortung, das Schicksal dieser Menschen nicht zu vergessen, betont von Professor Dr. Hubertus Buchstein
  • Unerträgliche Ungewissheit für Angehörige über den Verbleib der Vermissten

Sources:

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