Arbeitsweise der Archive

Hallo Katharina,

gegen die Gebühren ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
Ich kritisiere hier jedoch die Methode:
Ich hatte eine Anfrage gestellt - und zwar keine Aufforderung, mit der Suche loszulegen, sondern meine Anfrage bestand hauptsächlich darin, dass ich wissen wollte, ob überhaupt etwas da ist, worin sich zu suchen lohnt.
Die Antwort bestand darin, dass man mir vorgaukelte, etwas spezifisches gefunden zu haben. Damit wollte man jedoch lediglich meine Adresse, um eine rechtsgültige Rechnung schicken zu können.
In meinen Augen ist das ein unlauteres Geschäftsgebaren.
Korrekt wäre es gewesen, erst mal kurz ins System zu schauen, ob dazu Daten vorliegen. Wenn hier nichts auftaucht, dann müsste die Antwort lauten, dass die Bestände nicht elektronisch erfasst sind und man sie erst mal suchen müsse, falls überhaupt etwas vorhanden ist - mit der Angabe der Kosten..
Dann wäre noch kein echter Aufewand entstanden und ich hätte entscheiden können, ob mir das die Sache wert ist oder nicht.
So aber wurde anscheinend sofort losgelegt - das Ergebnis war erbracht, ohne dass ich dazu einen direkten Auftrag gegeben hatte - also suggerierte man mir eine Antwort, der ich zustimmen musste, obwohl ich davon ausgehen muss, dass da bereits das negative Ergebnis fest stand.

Im Übrigen musste ich feststellen, dass die überwiegende Anzahl der Archivmitarbeiter kein Gefühl haben für ein sinnvolles Kommunikationsverhalten. Wenn eine Anfrage reinkommt, dann sollte deren Eingang bestätigt werden, damit man weiß, dass die Anfrage nicht sofort im Müll gelandet ist. Zudem scheint jedes Archiv die Ansicht zu vertreten, dass es das einzig interessante Archiv der Welt ist - denn nur so lässt es sich erklären, dass Antworten oder Zwischenantworten ohne den vorangegangenen Mailverkehr versendet werden. So habe ich Anfragen rausgeschickt, zu denen dann nach mehreren Monaten Antworten kamen - der Betreff war willkürlich eingetragen, die Absenderadresse hatte nichts mit der Archivadresse zu tun, die ich angeschrieben hatte und ich musste erst mal mühsam rausfinden, zu welcher Frage das die Antwort sein sollte (bei einigen Antworten war die Sache in der Zwischenzeit schon halb obsolet, weil ich aus anderen Quellen die gesuchten Informationen hatte.
Ich finde es reichlich kontraproduktiv, dass es für diese Arbeit keine einheitlichen Richtlinien gibt - oder, falls doch, dass diese nicht eingehalten werden und dass manche Mitarbeiter offenbar mit dem Medium Mail massive Berührungsängste zu haben scheinen. Schon der Umstand, dass man darauf beharrt, kostenpflichtige Informationen schriftlich an eine Postadresse zu senden, ist in der heutigen Zeit ein hahnebüchener Unsinn und man fragt sich, weshalb eigentlich ausgerechnet staatliche Stellen immer mit nahezu mittelalterlichen Methoden arbeiten.

MfG

Andreas