Hallo Swen,
wegen der recht jungen Daten möchte ich ergänzend noch erwähnen, daß es sowohl für Kunzendorf (bei Neurode) als auch für Mittelsteine (Krs. Neurode bzw. Glatz)(wo wahrscheinlich die Trauung der Eltern stattfand) noch Standesamtsbücher gibt.
Außerdem sollen die kath. Kirchenbücher von Mittelsteine nach Kaps 1962 noch bei der heute polnischen kathol. Pfarrei "wahrscheinlich erhalten" sein.
Aktueller dürften die Angaben in folgendem Band sein:
Dieter Pohl, Die Kirchenbücher der Grafschaft Glatz (Schlesien). Die Bestände 1937 und 1997 ; Mikroverfilmungen, Lorsch: Pohl, 1996
Der Band ist leider vergriffen, aber per Fernleihe über Bibliotheken zu beschaffen oder als PDF-Datei auf CD-ROM zu kaufen unter:
http://www.adressbuch-service.de/site-kv.htm
(unter Glatz; 11,90 EUR)
1.) Standesamtsbücher Mittelsteine (Ścinawka Średnia)
a) Staatsarchiv Breslau: Geburten, Trauungen, Todesfälle 1878-1907
b) Im polnischen Standesamt 57-420 Radków: Geburten, Trauungen, Todesfälle 1898-1945
c) Im Standesamt I Berlin: Geburten 1875-1893, 1895-1899, 1901-1907, 1909-1913, 1915-1916, 1918-1938; Trauungen: 1874-1924, 1926-1937; Sterberegister: 1874-1927, 1929-1938
d) Verfilmung der Standesamtsbücher bei den Mormonen: 1874-1888
Da es bei den Standesamtsbüchern Originale und Duplikate gab, kommt es teils zu Dopplungen.
Außerdem Verfilmung der kath. Kirchenbücher von Mittelsteine bei den Mormonen: 1706-1942 (Heiraten: Leider nur 1824-1882, und einige Splitter vor 1824)
2. Standesamtsbücher Kunzendorf (Drogosław) (bei Neurode) (Krs. Glatz bzw. Neurode)
a) Staatsarchiv Breslau: Geburten, Trauungen, Todesfälle 1878-1909
b) Im polnischen Standesamt 57-400 Nowa Ruda (Neurode): Geburten, Trauungen, Todesfälle 1897-1945
c) Im Standesamt I Berlin: Geburten 1874-1879, 1881-1883, 1885-1902, 1904-1912, 1914-1927, 1929-1930, 1932-1938; Trauungen: 1874-1883, 1885-1896, 1899-1902, 1904-1924, 1926-1929, 1932-1938; Sterberegister: 1874-1885, 1887-1902, 1904-1924, 1926-1930, 1932-1938
d) Verfilmung der Standesamtsbücher bei den Mormonen: 1875-1888
Sowohl bei Mittelsteine als auch bei Kunzendorf fällt auf, daß im Staatsarchiv Breslau die Standesamtsbücher laut Verzeichnis erst 1878 beginnen, während die entsprechenden Verfilmungen der Mormonen in Breslau schon 1875 bzw. 1874 beginnen (gab es Verluste in Breslau oder ist das Breslauer Verzeichnis ungenau?).
Beim Standesamt I in Berlin gibt es erhebliche Wartezeiten.
Zu möglichen Anfragen in Polen:
An das Staatsrchiv in Breslau kannst Du in Deutsch schreiben, höflichkkeitshalber mit einer beigefügten Übersetzung ins Polnische. Die Antwort kommt in Polnisch. Zuerst kommt die Rechnung, dann nach Zahlungseingang die Urkunde. Ich würde ein Scan bzw. Kopie der Urkunde bestellen, damit Du auch alle enthaltenen Informationen erhältst.
An das polnische Standesamt solltest Du unbedingt in Polnisch schreiben (!), da man dort - im Gegensatz zu den staatlichen Archiven - NICHT erwarten kann, daß Deutsch verstanden wird. Du wirst also eine Übersetzung brauchen (bei Google sind preiswerte Anbieter zu finden, die einen Brief übersetzen [Übersetzung eines Briefes ins Polnische ca. 20 EUR]. Die automatischen Online-Übersetzungen taugen nichts und liefern nur Kauderwelsch). Du solltest Dir einen Scan bzw. eine Kopie des Eintrags bestellen, ersatzweise eine "vollständige Abschrift des Geburtseintrags" ("Odpis zupełny aktu urodzenia") oder „vollständige Abschrift eines Heiratseintrags“ („Odpis zupełny aktu małżeństwa“), damit Du sicher gehst, daß auch alle Informationen mitgeteilt werden, was bei der gängigen gekürzten Abschrift des Eintrags NICHT der Fall ist. Auf eine Fotokopie hast Du keinen Anspruch (auch abhängig vom Erhaltungszustand des Bandes), aber Du kannst sehr höflich darum bitten.
Ich würde es auf jeden Fall versuchen. Dort hast Du nämlich alles in Deutsch, während die Abschrift in Polnisch ist. Du kannst eine deutsche Fassung Deiner Anfrage zusätzlich befügen, aber auf jeden Fall sollte die Anfrage in Polnisch formuliert sein.
Falls Du die Anschriften in Polen brauchst oder sonst Fragen hast, melde Dich einfach noch einmal.
Beste Grüße und viel Erfolg!
Hilmar (Tilgner)
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