Lieber Herr Bartels,
ich will der mail von Ernst Hoffmann noch ein paar Informationen
hinzuf�gen.
Das Dragoner-Regiment Nr. 8 von Esebeck wurde 1744 in Magdeburg durch
Teilung des Dragoner-Regiment Nr. 7 aufgestellt. Nach dem 2. Schlesischen
Krieg (1745/46) wurde es in Ostpreu�en stationiert, Garnisionen waren
Insterburg und Ragnit. Nach dem 7-j�hrigen Krieg, an dem es die ganze Zeit
teilnahm, wurde es 1764 geschlossen in Insterburg stationiert und
verblieb an diesem Standort bis 1806 - nur untzerbrochen von den Feldz�gen
in B�hmen 1788 (Erbfolgekrieg) und Polen 1794/95 (3. polnische Teilung).
1806 / 07 nahm es am Krieg gegen Frankreich teil. Es geh�rte zu dem
Reservekorps und entging so der Katastrophe der Schlacht bei Jena und
Auerstedt und k�mpfte in der Schlacht bei Pr. Eylau. Der
Mannschaftsersatz wurde aus Teilen des Kreis Insterburg und den St�dten
Insterburg, Pillkallen, Ragnit, Schirwindt und Stallup�nen rekrutiert.
In Saalfeld war seit 1802 eine Eskadron des Dragoner-Regiment Graf von
Herzberg Nr. 9 stationiert. Dieses regiment wurde 1741 aus Abgaben des
Dragoner-Regiment Nr. 1 von Platen aufgestellt. Es wurde am, 7. November
1806 durch die Kapitulation von Ratekau aufgel�st. Rest des regiments
gingen im Ulanen-Regiment Nr 1 auf.
Der Mannschaftsersatz dieses Regiments kamn aus den Kreisen Mohrungen und
Marienwerder sowie den St�dten Marienwerder, Riesenburg, Bischofswerder,
Freystadt, Rosenberg, Garnsee und Liebem�hl.
Nach dem Friedensvertrag von 1808 wurde im K�nigreich Preu�en eine Neue
Armee aufgestellt. In diese Armee wurde das Dragoner-Regiment Nr. 8 von
Esebeck �bernommen und bekam die neue Bezeichnung "2. Westpreussisches
Dragoner-Regiment von Esebeck". Eine Eskadron dieses Regiments wurde in
Saalfeld stationiert. Dies blieb bis 1852 so. Der Mannschaftsersatz f�r das
Regiment wurde aus Westpreu�en rekrutiert. 1819 wurde das Regiment in ein
K�rassier-Regiment umgegliedert und trug nun die Bezeichnung " 5.
K�rassier-Regiment (2. Ostpreussisches).1852 wurde das Regiment nach
Schlesien verlegt, und nach den Einigungskriegen (1866 und 1870 / 71)
wieder zur�ck nach Westpreussen. Letzte Standorte 1914: Riesenburg.
Rosenberg, Dt.-Eylau.
Vielleicht liegt eine Verwechselung vor, die durch die Tatsache begr�ndet
ist, da� das Dragoner-Regiment von Esebeck 1808 unter neuer Bezeichnung
auch in Saalfeld stationiert wurde. Wenn Ihr Anton JOSEPH um 1800 Stadtrat
und B�ckermeister in Saalfeld gewesen ist, dann war er auch B�rger und
konnte so nicht f�r die Armee (zwangs-)rekrutiert werden. Und schon
garnicht in Westpreu�en f�r ein Ostpreussisches Regiment. Daf�r, da� das
nicht passierte, gab es ja die Kantonseinteilung in Preu�en. Ich halte es
f�r wahrscheinlicher, da� er 1813, zu Beginn der Freiheitskriege, als
Freiwilliger in das Regiment von Esebeck eingetreten ist und im Rahmen der
Familien�berlieferung das Dragoner-Regiment Nr. 8 der alten Armee und das
2. Westpreussische Dragoner-Regiment der neuen Armee vertauscht wurden -
weil es derselbe Regimentsinhaber war - .
Ich halte es allerdings auch f�r nahezu unm�glich,da� er zu dieser Zeit in
einem aktiven Regiment Rittmeister gewesen sein soll. Als Freiwilliger 1813
mag er es im Verlauf der Freiheitskriege bis 1815 vielleicht zum
Unteroffizier geschafft haben, gleich ob in einem aktiven Regiment oder
bei einer Landwehrformation.
Ich kenne derartige, durch m�ndliche Familientradition im besten Wollen
entstandenen, "Bef�rderungen" auch aus meiner eigenen Familiengeschichte,
wo aus einem Oboisten in der Regimentskapelle im Laufe von 150 Jahren ein
"Musikmeister" (=Hauptmann), oder aus einer einfachen kleinadeligen
westpreu�ischen Offizierstochter eine "Gr�fin" wurde (die nat�rlich weit
unter ihrem Stand heiratete als sie den Regimentsoboisten zum Manne nahm).
Derartige Familienlegenden gibt es viele. Nichts f�r ungut.
Mit freundlichen Gr��en aus dem sch�nen M�nsterland
Hans-Christoph Surkau
-----Urspr�ngliche Nachricht-----