Altländer Tageblatt 28.03.2014. Opfer fordert Gerechtigkeit

Hallo Frau Barfels,

wenn Sie schon über die Liste antworten, dann tue ich dies auch - aus
ebensolchen Gründen:

Glauben Sie etwa, dass im Irak oder in Afghanistan keine Leute gefoltert
und umgebracht werden? Wir haben diese Leute Partisanen genannt und die
Untaten ganz demonstrativ ausgeführt, um das Partisanentum durch
Abschreckung einzudämmen. In Vietnam noch haben die Franzosen und
Amerikaner ihre "Maßnahmen" noch unter den Augen der Presse ausgeführt.
Heute sind sie schlauer: Man nennt die Leute Terroristen, und wenn ein
Presseheini dazwischenplatzt, sagt ihm ein amerikanischer Offizier, dass
er ihn persönlich umbringen würde, wenn er darüber berichte, was er
gesehen habe. Die deutschen Spezialkräfte übergeben ihre Gefangenen
übrigens nur noch an die Briten und Amerikaner. Da machen die sich keine
Finger mehr schmutzig.

Von solchen "schlauen" Sprüchen, wie z.B. "jeder Krieg ist eine
Greueltat" wird sich nichts ändern. Und so ein Spruch ist übrigens
genauso falsch wie richtig. Krieg ist ebenso auch heute noch gewagte
Politik, weiter nichts - siehe Krimkrise. Es wird gemacht, weil einer
die Macht und den Machthunger hat. Darauf muss man gefasst sein.

Und was die Italiener angeht: Ihr Gejammer ist zum Jammern! Die in
Italien ermordeten deutschen Polizisten und Soldaten sind denen keine
Erwähnung wert. Die brüsten sich ungestraft noch damit, Deutsche
hinterrücks erschossen oder wie in Rom in die Luft gesprengt zu haben.

"Gerechtigkeit" kann man immer einfordern, aber um das, was man
Gerechtigkeit nennt (es ist ja nichts Absolutes), zu erlangen ist
eigentlich nur Macht notwendig.

Lassen Sie sich doch bitte nicht immer so einfach auf der
politisch-ideologischen Ebene von den Medien einfangen. Denken Sie bitte
selbst auf Ebenen darunter, d.h. über Fakten(!), humanistische
Grundsätze usw. nach.

Ich werde mich dazu hier nicht weiter äußern. Gegenreden, Beschimpfungen
oder auch anderes ggf. an mich privat.

Th. Salein