Alte Aktenzeichen (Gerichtsakten)?

Hallo Familienforscher,

auf einer Meldekarte der Stadt Posen ( http://imageshack.us/photo/my-images/3/image00014pi.jpg ) fand ich unter "Pers�nliche Verh�ltnisse" die Vermerke
z. Ang. ad No. 16826 / 87 II.
gel�scht ad No. 2904 / 88 II.
Darf das Adelspr�dikat nicht f�hren - 20807 / IV 14 -

Auf der Meldekarte der Eltern ist ebenfalls vermerkt "Darf das Adelspr�dikat "von" nicht f�hren - 20807 / IV 14 -".

Hat jemand Erfahrung mit Gerichtsakten aus der Zeit um 1900?
K�nnte es sich bei den Nummern um Aktenzeichen handeln? Wenn ja, sind dann 87, 88 und 14 Jahreszahlen, also 1887, 1888 und 1914?
Welches Gericht besch�ftigt sich mit solchen Fragestellungen, Amtsgericht oder Landgericht?

Viele Gr��e,
Maximilian (Riedel)

Lieber Maximilian,

mit der "Überwachung" des Adels war das Heroldsamt beschäftigt. Das Amt
führte über die adeligen Familien Akten - und auch über die Familien, die
das Adelsprädikat führten. Im Zweifelsfall wurde der "Adelsanmaßer"
aufgefordert, seine adelige Abstammung nachzuweisen. Vielleicht sind das
Aktenzeichen aus so einem Vorgang?
Die Akten sind erhalten. Vor vielen Jahren habe die mich interessierenden
angefordert (Kopie). Weiss aber im Moment nicht mehr wo.

LG

Uli (Szepanski)

Hallo Herr Riedel,

was Ulrich Szepanski mitteilte, ist richtig. Das Deutsche Heroldsamt (gab es
von 1858 bis 1920) prüfte, welche Familien berechtigt waren, das preußische
"von" im Namen zu führen. Das traf insbesondere auf Familien jener Gebiete
zu, die durch die drei Teilungen Polens an Preußen gefallen waren und dem
dortigen Adel entstammten.
Sofern die bei den Untersuchungen entstandenen Dossiers die beiden
Weltkriege überstanden haben, werden sie heute im Geheimen Staatsarchiv
Preuß. Kulturbesitz, Berlin-Dahlem, aufbewahrt und sind für jedermann
einsehbar. Eine Anfrage im Archiv nach solchen Akten könnte sich lohnen. Die
in der Meldekarte vermerkten Aktenzeichen sind aber heute gewiss nicht mehr
gültig.
Die Dossiers (ich las in einer Akte mit ca. 200 Seiten Umfang, andere Akten
bestehen auch aus mehreren Bänden) können Stammtafeln, Auszüge auch
Hypothekenbüchern, Geburts-, Ehe- und Sterbe-Vermerke, Hinweise über
Grundbesitz, Korrespondenzen mit Pfarren und Behörden usw. usw. enthalten.
Auch über die Gründe der Aberkennung des "von" im Namen finden sich ggf.
Informationen. Allerdings: Die Angaben dort sind manchmal nicht ganz
fehlerfrei. Die damaligen Beamten hatten ähnliche Schwierigkeiten wie wir
Heutigen, die Familienverhältnisse aufzuschlüsseln. Forschungsansätze bieten
sich aber in jedem Fall.

Wenn dieser Hinweis weiterhilft, freut sich
Gerhard v. Pazatka Lipinski