die Liste über schwäbische Einwanderer nach Dirschau/Westpreußen hat mich
fasziniert. Darüber habe ich so konkret noch nichts gehört.
Allerdings existiert in einem evangelisch - westpreußischen Ahnenzweig der
Familie TEMP der "Mythos", die unbestätigte Legende, daß sie als Hugenotten
Frankreich verlassen mußten, sich zunächst in Schwaben (Herzogtum Württemberg
?) niederließen und nach dem Toleranzedikt des großen Friedrich in den 1780-er
Jahren in den Krs. Berent/Westpreußen zogen. Dort sind sie auch nachweisbar -
aber vorher ... ?
Interessant ist, dass ich diese Geschichte genau so auch von einer forschenden
Namensträgerin gehört habe, zu der keine nachweisbaren verwandtschaftlichen
Verbindungen bestehen ...
Der Mythos ist also scheibar schon sehr alt.
- Was denkt ihr bei kritischer Betrachtung dieser Geschichte über den
Wahrheitsgehalt?
- Gibt es, ähnlich wie bei den Salzburgern, Listen von dieser Schwaben?
vielleicht ist bei den Erz�hlungen, die ja doch sehr vage erscheinen, etwas
durcheinander geraten. In Westpreu�en gab es noch bis 1945 eine "Schw�bische
Kolonie" zwischen Kulm und Kulmsee. Sie ging auf protestantische Siedler aus
der Gegend von Stuttgart und Baden-Durlach zur�ck, die zwischen 1782 und
1785 nach Westpreu�en eingewandert waren und auch dort weiterhin ihre
oberdeutsche Mundart sprachen. Die Kolonie lag eingebettet in
niederdeutsches und polnisches Sprachgebiet. Mit den Jahrzehnten hatte sich
durch Ausgleich eine ziemlich einheitliche Kolonistenmundart herausgebildet.
N�heres dazu findet sich bei
Ehrhardt, Rolf: "Die schw�bische Kolonie in Westpreu�en" (= Deutsche
Dialektgeographie, Band 6), Marburg 1919. (In jeder Universit�tsbibliothek
oder �ber die Fernleihe erh�ltlich.) - An einem Marinestandort hatten wir
zum Ende der Sechzigerjahre 2 �ltere zivile Reinigungskr�fte, die aus dieser
Kolonie stammten (was man auch noch h�ren konnte); die Namen erinnere ich
allerdings nicht mehr.