Was mich interessiert ist, ab wann die Schreiber damals eine Ausbildung f�r so eine Arbeit haben mussten.
Das kann noch gar nicht so lange her sein, denn meine Mutter kann sich noch erinnern, dass es hier auf dem Land die "Gemeindeschreiber" gab, die - soweit sie wei� - keine besondere Ausbildung als solches innehaben mussten, allenfalls ein Einweisung vielleicht.
"...Neben seinen kirchlichen Aufgaben war der Lehrer Gemeindeschreiber.
Nachdem die Schule 1820 ins Rathaus umgezogen war und der Schulsaal direkt
neben den Gemeinder�umen lag, konnte es �fter vorkommen, da� der Lehrer
wegen einer Gemeinderatsbesprechung die Kinder alleine lassen mu�te, um
Protokoll zu f�hren. Neben dem Gemeindeprotokoll f�hrte er au�erdem die
Gemeinderechnungsb�cher...."
Wird sehr auf das Jahrhundert ankommen, zu dem du die Qualifikation suchst.
Na ja, mu�te schnell gehen, deshalb etwas kurz geraten.
Ich gehe mal davon aus, dass die Mindestanforderung war, dass ein
Gemeindeschreiber schreiben und lesen konnte, was auf D�rfern und kleineren
Ortschaften von Lehrern erf�llt wurde (und da ein Lehrer ja sowieso zuviel
Freizeit hat, konnte er das bisschen Gemeindeschreiberei sicher nebenbei
noch mit erledigen). Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass z.B. zu Zeiten
des Alten Fritz, davor und danach, ausgediente Soldaten
(Unteroffiziersrang?) als Lehrer weiterbesch�ftigt wurden. Damit d�rfte
sowohl einiges �ber den Lehrinhalt an den Dorfschulen als auch die �ber
Rechtschreibung (das mit der R�chtschreibung war ein Fehler in meiner autom.
Rechtschreibpr�fung) ausgesagt sein.
Manchmal hat diesen Job auch ein Bauernsohn �bernommen, der, aus welchem
Grund auch immer, seine weiterf�hrende Schule in der (nahen) Stadt oder gar
das Studium abbrechen mu�te und auf den heimatlichen Hof zur�ckkehrte. Oder
es fand sich ein laisierter Pfarrer oder M�nch.
Wie schon gesagt, es kommt sehr auf die Zeit an, f�r die die Frage
beantwortet werden soll.
Heute gibt es den Beruf des Gemeindeschreibers wohl nur noch in der Schweiz: http://www.bwdbern.ch/Fachausbildung-Bernische-r-Gem.305.0.html, vielleicht
kann hierzu, falls noch Listenmitglied, etwas unsere Schweizerin sagen, die
nach meiner Erinnerung das Thema Ahnenp�sse so richtig in Schwung gebracht
hat.
Danke nochmal, ich habe mich ein bisschen eingelesen.
In der Stadt wird es nochmal anders wie auf dem Land gewesen sein. Von meiner Uroma Jhg.1900 wei� ich noch, das die Ahnennachweise von einem "Sekret�r des Pastors" gemacht/oder nicht gemacht wurden - sie hat daf�r sogar einen extra Ausdruck gehabt - leider hab ich ihn im Moment vergessen. Muss ich noch mal meine Oma fragen.
Ich denke mal durch die Standesbeamten ist die Qualit�t der Dokumente gestiegen.
Scheint aber auch hier wieder im Kommen zu sein, speziell fortgebildete Verwaltungsfachangestellte f�r solche T�tigekeiten einzusetzen.
Meine Mutter ist Jhg. 55 und da gab es sowas wie einen Gemeindeschreiber noch - Fehler in den B�chern sind bekannt.
Hier war es u.a. eine Frau, die nebenher noch die Poststelle inne hatte.