Ahnenforschung in Franken bei Find a Grave

Hallo Martina,

ich habe mich aus mehreren Gründen für Find a Grave und gegen die Grabstein-Datenbank entschieden.

- Die Daten von Find a Grave werden bei Ancestry und Family Search indexiert, sodass die User dort Hinweise in ihren Stammbäumen bekommen.
- Man kann Verwandte grabstein- und ortsübergreifend verlinken. Ich selbst konnte dadurch bereits einige Querverbindungen herstellen, die mir ohne diese Verlinkungen wohl verborgen geblieben wären.
- Man kann, falls vorhanden und gewünscht, kurze Texte zur Person eintragen.
- Man muss keine Fotos von Grabsteinen veröffentlichen, die bloße Niederschrift der Daten reicht.

Beim Grabsteinprojekt wird leider nichts bei Ancestry und Family Search indexiert, Verlinkungen sind meines Wissens nach nicht grabstein- oder ortsübergreifend möglich und man kann auch keine Kurzbios erstellen. Für mich der entscheidenste Grund gegen das Grabsteinprojekt war aber die Tatsache, dass man dort (verständlicherweise) Fotos von Grabsteinen posten MUSS. Mir persönlich sind die Daten der Grabsteine ausreichend, bei Fotos davon bin ich eher zwiegespalten.

Ich habe bisher fast 6000 Datensätze bei Find a Grave eingetragen, aber alleine lässt sich so eine Aufgabe natürlich nicht bewältigen. :slight_smile: Daher dachte ich, es wäre toll, wenn sich noch weitere beteiligen würden. Ich selbst hätte zum Beispiel einige Anfragen zu Orten aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, an die ich es leider nicht schaffe.

Eine Möglichkeit wäre auch, Traueranzeigen von Zeitungen aus dem Internet nach bestimmten Orten zu durchsuchen und diese dann in die Datenbank einzutragen. Was meint ihr dazu? Das hätte allerdings den Nachteil, dass nur recht "aktuelle" Personen eingetragen werden könnten.

Liebe Grüße
Linda

-----Original-Nachricht-----

Message: 2

Hallo Linda,

weil Grabsteine nicht ewig überdauern und damit die Erinnerung erhalten
bleibt, gibt es die Grabstein-Datenbank
<https://grabsteine.genealogy.net/&gt; von CompGen. Dort gibt es ja schon
einige fränkische/bayerische Friedhöfe, plus jede Menge aus dem ganzen
Bundesgebiet plus diverse aus der ganzen Welt. Warum nicht da auffüllen?

Bayern (226)
https://grabsteine.genealogy.net/cemlist.php?l=09&lang=de

Gruß
Martina

Hallo Linda,

so, endlich mal etwas freie Zeit.

Wow, 6000 Datensätze, das ist ´ne Menge Holz. Hut ab! So viele hab ich beim Adressbuchprojekt glaube ich noch nicht geschafft.

Ich kann deine Argumentation bzw. deinen Standpunkt durchaus nachvollziehen. Das allerwichtigste ist erstmal, dass die Daten gefunden werden.

Dass die User von Ancestry bzw. FamilySearch Hinweise in ihren Stammbäumen bekommen, ist für mich allerdings kein Argument, bestenfalls ein Goodie für die Kunden/Nutzer dieser Portale. Die Indexierung von Find a Grave durch Ancestry ist ja nicht sonderlich überraschend, denn Find a Grave gehört Ancestry. Und Ancestry lebt davon, dem Familienforscher Daten zu verkaufen, und seien es am Ende seine eigenen erfassten. Und dass FamilySearch profitiert, erscheint mir auch logisch aufgrund einer Kooperation mit Ancestry (sofern ich das irgendwann mal korrekt aufgeschnappt habe).

Ich denke, der Hauptaugenmerk bei CompGen liegt auf der digitalen Nutzbarmachung von Dokumenten. Ein Grabstein ist ein vergängliches Dokument. Und mit dem Hochladen von einem Bild und seiner Indexierung wird jedem Forscher (unentgeltlich, ob Vereinsmitglied oder nicht) die Möglichkeit gegeben, dieses Dokument online zu studieren. Wenn ich nur die Index-Daten hochlade, habe ich eine reine Datensammlung (bitte nicht abwertend verstehen), und wenn der Grabstein mal weg-/abgeräumt ist, können zukünftige Forscher nicht mehr zum Grabstein fahren und die Daten verifizieren.

Und es ist auch richtig, dass bei CompGen die Personen nicht einfach verknüpft werden können. Obwohl mit Gedbas4All, wenn es denn irgendwann mal endlich kommt, so eine ähnliche Funktion gegeben wäre. Bei den OFBs gibt es das ja schon, wäre dann wohl aber auch über die Adressbücher, Familienanzeigen, Totenzettel, GEDBAS, Verlustlisten etc, hinweg verfügbar. Und die Metasuche liefert ja auch so schon jede Menge Daten als Ergebnis zurück. Was die Verknüpfung angeht, ist Handarbeit angesagt, aber das ist ja mit das spannende an der Familienforschung, diese einzelnen Puzzleteile (selbst) zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.

Und die Hürden beim Grabsteinprojekt sind durchaus höher (Bilder erfassen, hochladen und indexieren; ganzen Friedhof erfassen; sich mit der Friedhofsordnung/-satzung auseinandersetzen). Irgendwas habe ich sicher noch vergessen. Find a Grave (Ancestry) macht es einem da sicher einfacher.

Nun, hier meine Gründe, warum ich dennoch das Grabsteinprojekt von CompGen wählen würde:

1) Ich würde nach einem deutschen Grab als allererstes in einer deutschen Datenbank suchen.

2) Die Daten sind für jeden Forscher (kosten)frei zugänglich und werden es aufgrund der Vereinssatzung vermutlich auch bleiben. Bei Find a Grave wäre ich mir da nicht so sicher, dass das nicht vielleicht auch mal, wenn es Ancestry grad passt, hinter der Bezahlschranke verschwindet.

3) Es ist immer das Digitalisat verfügbar, auch wenn man den Grabstein nicht selbst besuchen kann, oder er schon abgeräumt ist.
(Wäre auch bei Find a Grave der Fall.)

4) Man unterstützt die Arbeit eines deutschen gemeinnützigen Vereins und gibt evtl. sogar etwas zurück, wenn man schon von ihm profitiert hat.

5) (mein sehr sehr persönlicher Grund):
Ich erfasse diese Daten unentgeltlich in meiner Freizeit. Meine Freizeit ist für mich wertvoll. Ich bin gerne bereit diese Zeit oder einen Teil davon einem gemeinnützigen Verein und dessen CitizenScience zur schenken, nicht aber einem kommerziellen Unternehmen, das die erfassten Daten als sein Geschäftsmodell hat und damit seine "Dividenden und Boni" bezahlt.

Liebe Grüße und allzeit frohes Forschen
Martina

P.S.: dass die Grabstein-Daten nicht bei Ancestry gefunden werden, ist logisch. Sie dürfen von kommerziellen Firmen, meines Wissens, nicht genutzt werden. Und die Ancestry-Kunden bekommen dadurch die Daten halt nicht in ihre Datensammlungen gespült. Finden können/tun sie die aber trotzdem.

P.P.S.: ein Projekt für Familienanzeigen gibt es ebenfalls schon bei CompGen! Und die freuen sich ebenso über jede Mithilfe, auch von Nicht-Vereinsmitgliedern.

P.P.P.S.: auch der BLF (Bayerischer Landesverein für Familienkunde e.V.) erfasst Grabsteine und Sterbebilder. Und die Daten können außer über die BLF-Seiten auch über die Metasuche bei CompGen gefunden werden.