Lieber Benno Reinersmann, ich habe einmal f�r mich einige Kriterien zur Auswahl der richtigen Software zusammengestellt. Die sind sicher erweiterungsf�hig (und n�tig!)
Vielleicht hilft es.
(Da sich ja keine Anh�nge verschicken lassen: hier einfach mein Text.)
Mit herzlichen Gru�
Axel Noack
Softwarekriterien Ahnenforschung.
F�nf Voraussetzungen gelten generell:
a) An jede Software muss man sich �gew�hnen�. Die Gew�hnung gleicht auch manche Schw�che der Software aus. Wer sich eingew�hnt hat �schw�rt� zumeist auf �seine� Software.
b) Die Qualit�t einer Software h�ngt �berhaupt nicht am Preis. Manche �open source Software� ist (teueren) Kaufprodukten weit �berlegen.
c) Die meisten Angebote lassen sich vorher ausprobieren, ehe man sie kaufen muss. Das sollte man immer tun. Allerdings: Siehe a)
d) Manche Software eignet sich besser zum �Sammeln und Verwalten� der Daten, Dokumente, Fotos etc. als zur �Wiedergabe� in sch�nen dekorativen Ausdrucken. (�Ahnentafeln� etc.)
Deshalb ist es geraten, mehrere Programme zu nutzen, was nat�rlich Anspr�che an die Export/Import-Funktionen stellt.
e) Es besteht eine gewisse Spannung zwischen der Leistungsf�higkeit eines Programms und der M�glichkeit, es einfach zu bedienen.
Nach Einsch�tzung vieler ist z.Z. das Programm �GF-Ahnen� das Programm, das f�r die wissenschaftlich betriebene Genealogie die wenigsten W�nsche offen l�sst. Seine Bedienung bedarf vieler Erfahrung und �bung und erschlie�t sich nur sehr wenig intuitiv. Anf�ngersoftware, deren Bedienung sich zumeist intuitiv erschlie�en l�sst, kann eben nicht so viel leisten wie aufwendig gestaltete Programme. Es gilt also ein auf den Nutzer zugeschnittenes Optimum zu finden.
Kriterien f�r eine Software, die schwerpunktm��ig f�r das Sammeln und Verwalten genealogischer Daten, Quellen und Medien genutzt werden soll:
1.) Importm�glichkeit und Exportm�glichkeit f�r das GEDCOM-Format ist zwingende Voraussetzung. (Sie ist bei (fast) allen Angeboten heute Standard.)
Manche (wenige) Programme (z.B. das sehr gute Programm Ages!) speichern die Daten gleich im GEDCOM-Format und �erfinden� keine eigenes Dateiformat. Das erleichtert die Kompatibilit�t zu anderen Programmen ungemein.
Es ist daher gut sich wenigstens ein Grundverst�ndnis f�r das GEDCOM-Format zu erarbeiten.
2.) Die Kompatibilit�t ist nicht immer gegeben, besonders dann, wenn Programmierer ihr Programm �aufh�bschen� und dabei Daten-Tags erfinden oder mit der M�glichkeit werben, dass der Nutzer eigene Datenbankfelder definieren kann. Das macht den Datenaustausch schwierig: Oft k�nnen die Inhalte solch freidefinierter Datenbankfelder in anderen Gedcom-Dateien nur noch als �Notizen� �bernommen werden. Die deutschen Softwareentwickler versuchen gemeinsam - mit Hilfe des Vereins f�r Computergenealogie - einen Standard zu wahren, der solche Pannen vermeiden hilft. Dazu m�ssen sich die Programmierer aber an einen Kodex halten. Das tun nicht alle.
3.) Neben den g�ngigen biographischen Daten zur Person sollte es m�glich sein �beteiligte� Personen als Personen mit einen eigenen Datensatz in die Datenbank aufzunehmen und Personen �ber �Ereignisse� miteinander zu verbinden.
�Beteiligte� Personen k�nnen sein: Paten, Trauzeugen; Beitr�ger in Festschriften, Lehrer in Schulen und Universit�ten, Partner bei Kauf und Verkauf etc.
�Ereignisse� w�ren dann: Taufen, Hochzeiten, Handel, Feste von Schulen und Universit�ten, Beitr�ge in Personalschriften; Gruppenfoto einer Familienfeier etc.
4.) Ganz wichtig ist eine richtige Ortsverwaltung: Alle Orte die vorkommen (z.B. wenn sie bei �Ereignissen� genannt werden oder in Adressen auftauchen) sollten eigens erfasst werden k�nnen, sodass sich �ber Ortslisten Verbindungen zu Personengruppen herstellen lassen. Etliche Internetsuchhilfen (z.B. GEDBAS und FOKO) beziehen sich auf Ortsangaben.
Wenn dar�ber hinaus die Verbindung �ber GPS-Daten zu Kartenwerken im Internet m�glich ist, ist das von Vorteil. Jedenfalls m�ssen sich Daten und Bilder zu Orten, ihrer Lage und Geschichte, genauso sammeln lassen wie zu Personen.
5.) Fast das wichtigste Kriterium ist die Quellenverwaltung. Der typische Anf�ngerfehler ist, nicht richtig die Herkunft der gesammelten Daten zu belegen. Ein gute Quellenverwaltung erm�glicht die Unterscheidung von Quellen (also den bibliographischen bzw. archivalischen Nachweis der Quellen und deren Beschreibung einerseits (also B�cher, Zeitschriften, Bilder, Akten, Tontr�ger, Urkunden, Abschriften und Ausz�ge etc.) und die Fundstellen in den Quellen andererseits (etwa die Seiten in eine Buch, die Fundstelle in einer Zeitschrift, das Blatt einer Akte, Internetressource einer Ahnentafel etc.)
Die meisten der angebotenen (amerikanischen) Programme �schw�cheln� beim exakten wissenschaftlichen Nachweis von Quellen. Da w�re eine gute Bibliographier-Software bzw. eine professionelle Archiv-Software als Vorbild zu nutzen, die aber in der Regel ziemlich teuer sind.
6.) Die �Fehlerfreudigkeit� ist ein weiteres Kriterium: Es muss m�glich sein, Fehler zu korrigieren. Dabei m�ssen Verbindungen (Verkn�pfungen) zwischen Personen (z.B. verwandtschaftliche Beziehungen) aufgehoben werden k�nnen, ohne die Person selbst aus der Datenbank zu l�schen.
7.) Die meisten akzeptablen Programme enthalten eine �Plausibilit�tskontrolle� die sich genau einstellen l�sst. Das Programm gibt dann eine Fehlermeldung aus, wenn offensichtlich unsinnige Daten eingegeben werden. (Z.B bei Verwechslungen oder Tippfehlern)
8.) N�tzliche Programmbeigaben k�nnen sein:
* Verwandtschaftsrechner
* Kalenderrechner
* Verlinkung mit Landkarten (z.B. Google-Maps)
* Exportm�glichkeit in eine Hompage (html-Dateien)
Axel Noack