Hallo zusammen,
vielen Dank für den Hinweis auf die Volksabstimmungen.
Das Thema Namenänderung hatte ich auch schon kurz angerissen (21.11.: KIESEL - JANKOWSKA). Allerdings fand die Namenänderung am 20.04.1909 statt. Unterlagen liegen mir dazu nicht vor; habe die Info persönlich von einem Familienmitglied der K.
Es muss doch eine Grundlage dafür gegeben haben, nicht wahr?
Gruß, H. Jagow
Hallo,
für 1909 hab ich keine direkte Erklärung. Aber seit der Bismarck´schen Minderheiten-Politik gab es erstmals so etwas wie ethnisches Bewusstsein. Vorher spielte das keine Rolle. Man gehörte zwar einer Ethnie an, war aber loyaler Staatsbürger einer anderen. Da gibt es Parallelen zwischen Masuren und Preußisch-Litauen. Es bildeten sich religiöse Vereinigungen, Zeitungen, kulturelle Gruppen, Folklore und Theater.
Ich kann nur wieder Kossert empfehlen und Johannes Bobrowski.
Und es gab die entsprechenden Gegenbewegungen, die auf Teufel komm raus deutsch sein wolllten. Man muss die psychische Situation bedenken: Deutschsein hieß den Erfolgreichen, der Oberschicht anzugehören und das eigene Elend der unterdrückten Unterschicht hinter sich lassen zu können. Man tat es schließlich für die Kinder, die es besser haben sollten als man selbst. Es ist ja auch kein Wunder, dass diese Leute nach Deutschland flüchteten, obwohl sie ethnisch woanders hingehörten.
Beate