Zum Termin 8./9. Mai schrieb der 1. Vorsitzende des VFFOW, Reinhard Wenzel, Folgendes:
"Sehr geehrte, liebe Listenteilnehmer, Celle, d. 09. Mai 2020
Im Deutschlandfunk (DLF) läuft nach den 9.00 Uhr-Nachrichten das "Kalenderblatt".
Gestern ging es um das 75jährige Ende des II. Weltkriegs.
Diese Sendung müsste in der Mediathek des DLF noch nachzuhören sein.
Danach erfolgte die Kapitulation in zwei Schritten:
die von der sowjetischen Seite nicht akzeptiert wurde. Das hing auch mit dem verkürzten Text der Urkunde zusammen, was die Sowjets misstrauisch machte.
Die Sowjetunion bestand deshalb auf eine Wiederholung der Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde in Berlin-Karlshorst.
Dabei sollte die Urkunde auch von den drei Waffengattungen der Wehrmacht (Heer, Luftwaffe, Marine) unterschrieben werden.
Die Unterzeichnung war auf dem 08. Mai 1945, 23.01 Uhr, angesetzt.
Die Sache verzögerte sich, so dass die Urkunde erst am 09. Mai 1945, 0.16 Uhr, unterzeichnet wurde.
(Jedenfalls wäre nach der Moskauer Zeit die Unterschrift auch dann am 09. Mai 1945 geleistet worden, wenn diese nach der Berliner Ortszeit erst am 08. Mai 1945, 23.01 Uhr, erfolgt wäre.)
Wohl deswegen feiern die Russen und die Nachfolgestaaten der UdSSR das Kriegsende immer am 09. Mai, also auch heute am 09. Mai 2020.
Zur Frage der "Verzögerung" des Kriegsende durch die deutsche Seite:
Im "Kalenderblatt" wurde zu Beginn darauf hingewiesen, dass die "Regierung Dönitz" das Kriegsende mit dem Argument herausschieben wollte, um möglichst vielen Menschen die Flucht vor den Russen zu ermöglichen.
Diese Taktik wurde von den Westalliierten abgelehnt. Deren Oberbefehlshaber, General Eisenhower, soll damit gedroht haben, die deutschen Soldaten, die sich vor den Russen nach Westen abgesetzt hatten, in die Sowjetunion transportieren zu lassen. Schon deshalb sah sich die deutsche Seite veranlasst, nachzugeben und unterzeichnete die Kapitulationsurkunde vom 07. Mai 1945.
Von weiteren Kämpfen der deutschen Wehrmacht, die noch nach dem 8. Mai 1945 stattgefunden haben könnten, wurde im "Kalenderblatt" nicht berichtet.
Ich habe aber davon gehört, dass die "Kurland-Armee" zum Zeitpunkt der Kapitulation noch im Baltikum (Stichwort: Kurlandkessel) verblieben war. Sehr merkwürdig.
Herzliche Grüße!
Ihr Reinhard Wenzel"
Möge es helfen!
Freya Rosan