4 Fragen aus der Gründerzeit in Lötzen,Angerburg,Goldap

Hallo in die Sonntagsrunde

Die letzten Tage habe ich versucht etwas mehr Licht in die Zusammenh�nge zur Erteilung der Erbhuldigung zu meiner AL zu finden. Aber mit eher wenig Erfolg. Vielleicht hat einer von Euch einen Hinweis wie es am Besten weiter gehen kann.
Aus den KB ist mein letzter Name:
Die Angaben sind aus Altenbude, Ksp.Grabowen,Landkreis Goldap
Ew/va Wei�owna *1742 Altenbude +?
oo
2 x verheiratet Woytek Sczcibalski und Jan Sczc., vermutlich Br�der
Aus beiden Ehen waren es gesamt 11 Kinder.
An diese Namen schlie�en die Angaben der Pr�sentationstabellen an, zuf�llig so wie meine aufh�ren, also ein Gl�cksfall.
Die Tabellen enden mit:
Stasch Sczcibalski erbte den Hof vom Gro�vater da dieser keinen Sohn hatte und die Tochter nicht erbberechtigt war in dieser Zeit.
Gro�vater war: Stanislaw Panistruga, vermutlich um/nach 1500 da ohne Jahreszahlen.
Dadurch w�rde ich vermuten das der Schwiegersohn ggf. zuzog, keine Nennung davor.
Es bestehen Eintr�ge zur Erbhuldigung in der Linie Prus 1, diese sollen mit der Ortsverschreibung zum Ort Szyballen im Zusammenhang stehen.
Im Kreis L�tzen gibt es 2 Orte des Namens: 1x im Ksp. Orlowen, 1x im Ksp.Rydzewen.
In den Angaben zum Kreis L�tzen (L�tzener Fragmente von 1976, herrausgegeben vom VFFOW) finden sich keine Angaben zur Gr�nderzeit des Ortes.
Ich erhielt vor langer Zeit den Hinweis auf einen Forscher der das F�rstengeschlecht der Szyballen bis vor 1000 !! erforscht habe. Leider war keine Kontaktaufnahme m�glich.
Da dessen Vorname Zoltan Sz. ist, k�nnte er aus Richtung Ungarn stammen.
-hat jemand Kontakt zu einem Kenner aus/zu Ungarn? (Tel. usw. keine Eintr�ge, Wappen oder Adelslinie auch keine Eintr�ge)
-sicher kann ein Zuzug aus der Gegend nicht ausgeschlossen werden, warum sucht sonst ein Ungar in Ostpr. und das in dergl.Jahrg�ngen?
-gab es Vorgaben wenn eine Huldigung erteilt wurde, wie weit weg man leben musste/durfte?
-der FN Szibalski, egal welche Schreibweise soll ja eine Art gewaltsames zerteilen besagen laut Info eines poln. B�rgers, ist eine Suche nach Auseinadersetzungen aus der Zeit denkbar, war ja nicht selten?
-kann man anders noch an Gr�ndungdaten gelangen zu L�tzen, die Kreisvertretung hat aus dem Zeitfenster keinerlei Info?
Es w�re sch�n wenn mir einer von Euch etwas empfehlen k�nnte um sozusagen den Namen ab zu schlie�en.
Viele Gr�sse, Cornelia

Hallo Cornelia,

die Herkunftsvermutung allein auf den Vornamen Zoltan (der in der Tat in
Ungarn recht h�ufig ist) zu gr�nden, w�re wohl etwas gewagt. Szyballen ist
kein ungarischer FN/Geschlechtername. Der Anlaut sz kommt zwar im
Ungarischen vor, doch kann ihm y nicht folgen. Das y erscheint im
Ungarischen nur in fester Kombination mit bestimmten Buchstaben, n�mlich
h�ufig als gy (gesprochen wie ein d mit leichten j-Nachklapp), als ly
(gesprochen als j), als ny (gesprochen als n mit leichten j-Nachklapp) und
als ty (gesprochen als t mit leichtem j-Nachklapp). sz klingt im Ungarischen
wie ein stimmloses deutsches s (also wie ein deutsches �). Im Polnischen ist
der Namensanfang Szy- jedoch m�glich. Hier klingt sz wie deutsch sch und das
y wie ein leicht nasaliertes bzw. kurzes deutsches i. Der Name Sczcibalski
( wohl Szczibalski/Szczybalski nach heutiger Rechtschreibung) -
offensichtlich mit Szyballen verwandt - hingegen spricht sich am Anfang
schtsch aus, was aber nichts bedeuten will, da (a) in fr�heren Zeiten die
Rechtschreibung nicht standardisiert war und (b) Namen generell so
geschrieben wurden, wie der Aufschreibende sie h�rte. Ein letztes Wort zur
Endung -ski, die wir ja als typisch polnisch empfinden. Es gibt sie in
Ungarn seltener als in Polen auch, wenngleich sie dort -cki geschrieben
wird.

Gru�

Rolf-Peter

Hallo,
dem kann ich nur zustimmen. Der Ortsname Szyballen ist baltisch und bezieht sich auf Irrlichter im Moor. Also ein sehr alter Name, der einfach nur nat�rliche Begebenheiten beschreibt.

Sczcibalski d�rfte mit litauisch S^ibaila (andere Schreibweisen Szybajlo und nochmal Szybajlo aber mit einem Strich durch das L.) korrespondieren und soll nach Vanagas wei�russisch-russisch abzuleiten sein. Das wiederum passt zum Ort Orlowen.
Ungarn in Ostpreu�en sind mir noch nicht untergekommen, wohl aber gab es in der Gegend L�tzen eingewanderte Russen.

Beate

Liebe Beate,

dem kann ich nur zustimmen. Der Ortsname Szyballen ist baltisch und bezieht

sich auf Irrlichter im Moor. Also ein sehr alter Name, der einfach nur
natürliche Begebenheiten beschreibt.

Zu Sczybalski u.a. Schreibweisen - nur eine kurze Frage: Könnte der
verdeutschte FN SCHY(I)BILLA auch dort "eingereiht" werden ?

Deine Ausführungen sind sehr interessant. DANKE.

Mit lieben Grüßen --- Gisela